30.04.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Verspieltes Erbe

Krise der US-Automobilindustrie hat die einst mächtige Branchengewerkschaft UAW paralysiert. Nur eine neue Strategie kann daran etwas ändern

Kurt Stand
In den USA geht die Jobvernichtung in der Automobilindustrie weiter. Werksschließungen und neue Ankündigungen von Entlassungen wie am Dienstag von General Motors angekündigt, zeigen nicht nur die tiefe Krise, in der die ehemals weltweit dominierenden US-Autokonzerne stecken. Sie machen auch deutlich, wie schwer die Niederlage für die einst so stolze UAW ist. Die Gewerkschaft der Automobilarbeiter galt jahrzehntelang als die mächtigste und kämpferischste Klassenorganisation der Arbeiter in den Vereinigten Staaten. Seit dem vergangenen Jahr ist sie allenfalls noch ein Schatten ihrer selbst. Bei den Auseinandersetzungen 2007 war es lediglich die Illusion des Erhalts der Arbeitsplätze, die die Gewerkschaft von General Motors, Ford und Chrysler im Tausch gegen den Verlust von medizinischer Versorgung und die Einführung des doppelten Lohnsystems bekam.
Dieses doppelte Lohnsystem ist ein klassischer Bruch zwischen alten und neu eingestellten Arbeitern. Letztere ...

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