24.04.2008 / Thema / Seite 10

Ende der Einheit

Streiks nur noch für den Kalten Krieg: Als es nach 1945 um Enteignung der Unternehmen und politische Rechte in der Gewerkschaftsbewegung geht, bildet die SPD die kapitaltreue Spalterorganisation UGO

Mark Altten
Der 1. Mai 1948 kennzeichnet eine unheilvolle Entwicklung in der Berliner Arbeiterklasse. Zum ersten Mal in den frühen Nachkriegsjahren erlebte die Stadt zwei getrennte Demonstrationen. Knapp drei Jahre nach der Gründung der einheitlichen Gewerkschaftsorganisation in Form des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) war die Spaltung der Arbeiterklasse weit vorangeschritten. Die große Manifestation des FDGB mit rund 700000 Teilnehmern fand im Lustgarten statt. Erstmalig trat eine Konkurrenz auf den Plan: die UGO. Auf ihrer Kundgebung vor der Reichstagsruine versammelten sich 150000 Menschen. Das Akronym UGO stand anfangs für Unabhängige Gewerkschaftsopposition, später für -organisation. Sie wurde zum Vorläufer des (West-)Berliner Landesbezirks des DGB.

Sechs Wochen nach Kriegsende war am 15. Juni 1945 der »Aufruf des vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Groß-Berlin« veröffentlicht worden. Er trug die Unterschriften von Vertretern unterschiedlichst...

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