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16.04.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Doppelmoral

Israel kauft iranisches Öl, und seine Lobby überwacht den Anti-Iran-Boykott. Aktuell steht die Schweiz wegen einem Erdgasdeal mit Teheran am Pranger

Shraga Elam
Die Schweiz wird von den USA, vor allem aber von Israel massiv wegen eines Erdgasvertrags mit dem Iran attackiert. Im Zentrum der Kritik steht dabei die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey, die bei der Vertragsunterzeichnung zwischen der Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL) und der iranischen Gasexport-Gesellschaft im vergangenen Monat dabei war. Der Deal sieht die Lieferung von jährlich 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas an die EGL ab 2011 vor. »Wir glauben nicht, daß es die Zeit für Investitionen im Iran ist, nicht nur in den Öl- oder Gasbereich, sondern grundsätzlich in die iranische Wirtschaft«, monierte seinerzeit der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey. Die US-Botschaft in Bern unterstellte, das Geschäft verstoße gegen den Geist der anhaltenden Iran-Sanktionen wegen des Atomstreits, was Calmy-Rey umgehend zurückwies.

Die israelische Regierung schließlich bestellte den Schweizer Botschafter zur Entgegennahme einer...

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