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23.02.2008 / Ausland / Seite 6

Dämonen der Hölle

Westliche »Stammespolitik« am Beispiel Kenia: Über die Freiheit, zu rauben und zu stehlen

Mumia Abu-Jamal
Als es nach den Wahlen in Kenia zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam, belegten die westlichen Medien das Thema mit altbekannten Reizwörtern wie »Stammesfehden« und »ethnische Feindseligkeiten«. Es erschienen geradezu voyeuristische Reportagen über die Gewaltakte, durch die Teile des Landes verwüstet wurden: Detaillierte Schilderungen sollten die westlichen Leser, Hörer und Zuschauer von der Verwilderung der Sitten überzeugen – als angeblich typisch für den afrikanischen Kontinent. Und also den Umkehrschluß nahelegen, die westlichen Ländern seien friedlich und zivilisiert. »Stammespolitik« ist zu einem journalistischen Schlagwort geworden für das Handeln von Menschen mit brauner oder schwarzer Hautfarbe.

Natürlich sind die Zusammenhänge um einiges komplexer, doch ist komplexes Denken nicht gerade das, wofür die US-Medien stehen. Die Gewalt in Kenia ist ein Ergebnis der Politik herrschender Eliten, die aus taktischen Gründen die Gewaltbereitschaft unter d...

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