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18.02.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Projekt Gasprom

Politische und wirtschaftliche Koordination à la Putin: Der Konzern ist nach 15jährigem Bestehen zur stärksten Säule der nationalen Souveränität Rußlands geworden

Thomas Immanuel Steinberg
Ein Konsortium unter Führung des US-Konzerns Unocal hatte 1998 mit den Taliban vereinbart, turkmenisches Erdgas durch eine Rohrleitung über Afghanistan zur pakistanischen Küste strömen zu lassen. Der Iran sah sich vom Transitgeschäft ausgeschlossen; Rußland drohte den traditionellen Lieferanten Turkmenistan an das US-dominierte Konsortium zu verlieren. Beide, der Iran wie Rußland, so schreiben Waleri Panjuschkin und Michail Sygar in ihrem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch über den russischen Erdgasriesen Gasprom1, griffen zu den Waffen: Sie belieferten damit die Nordallianz, Gegner der Taliban im afghanischen Bürgerkrieg. Die geplante Befriedung des Landes durch die pro-US-amerikanischen Taliban scheiterte, wie von den Konkurrenten beabsichtigt. Unocal zog sich unverrichteter Dinge zurück, und mit Unocal auch Gasprom, denn der Konzern war Konsortialmitglied.

Kurzfristiges Geschäftsinteresse des Erdgaslieferanten und geostrategische Belange der russisc...

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