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15.02.2008 / Feminismus / Seite 15

Seltene Ausnahmen

Afghanistan: Erste Opfer wehren sich gegen häusliche Gewalt. Für die meisten Betroffenen wäre das noch immer lebensgefährlich

Tahir Qadiry, Masar-i-Sharif (IPS)
In Afghanistan ist die innerfamiliäre Gewalt gegen Frauen epidemisch. Doch auch mehr als fünf Jahre nach der von den westlichen Ländern als »Befreiung der Frauen« gefeierten US-Invasion wagen nur wenige Opfer den riskanten Weg einer Anzeige. Zu groß ist die Angst vor den Tätern, die oft aus dem engsten verwandtschaftlichen Umfeld stammen. Einige Frauen aber haben den Mut aufgebracht und sind an die Öffentlichkeit gegangen.

Unterstützung finden sie bei der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission (AIHRC), die für 2006 insgesamt 1199 Fälle von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen registriert hat. In 82 Prozent der 1327 von der UN-Frauenorganisation UNIFEM unlängst untersuchten Fälle waren Familienmitglieder die Täter, in neun Prozent Personen aus dem weiteren Umfeld und in 1,7 Prozent Vertreter des Staates.

»Erst unlängst hatten wir zwei Fälle sexueller Gewalt«, berichtet Qazi Sayed Mohammad Sami, AIHRC-Leiter für die neun Nordp...



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