Schwarzer Kanal
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15.02.2008 / Feuilleton / Seite 12

Gegen Fiktionen

Gerhard Neiber ist tot. Er war der Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit

Robert Allertz
Gesund war er schon lange nicht mehr. Der inzwischen sehr schmale Körper neigte sich beim Gehen auffällig nach vorn. Dreimal in der Woche mußte er zur Dialyse. Kein Vergleich zu jener Person auf dem Foto in seinem Arbeitszimmer, das ihn bei der Ernennung zum General durch Walter Ulbricht zeigte. Als 19jähriger war Gerhard Neiber zur Volkspolizei gegangen, zwei Jahre später, 1950, wechselte er zum MfS. Dort blieb er vier Jahrzehnte. Eines davon, das letzte, arbeitete er als Stellvertreter des Ministers, Erich Mielke.

Im März 1991 wurde er zum ersten Mal verhaftet. Die Justiz warf ihm Beihilfe zum Mord und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor, in seine Zuständigkeit als stellvertretender Staatssicherheitsminister fielen schließlich Terrorabwehr und -bekämpfung. Und, das hatte man inzwischen auch herausgefunden, Neiber hatte dafür gesorgt, daß die Aussteiger aus der RAF in der DDR untertauchen und mit neuer Identität unbehelligt und friedlich ein bür...

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