07.02.2008 / Thema / Seite 10

Zweierlei Klugheit

Episches Theater und Verhalten. Bertolt Brecht und die Psychologie

Michael Zander
Über Bertolt Brecht (1898–1956) ist viel geschrieben worden, so daß es unnötig scheint, aus Anlaß seines 110. Geburtstags am 10. Februar eine Übersicht über sein Leben und Werk zu geben. Den Lesern dürfte bekannt sein, daß Brecht ein marxistischer Schriftsteller und Regisseur war. Weniger bekannt ist, daß er sich als »theatermachender Philosoph« unter anderem mit den modernen Wissenschaften, insbesondere der Psychologie, befaßte. Dies mag überraschen, gilt doch seine Form des Theaters selbst unter Fachleuten als »antipsychologisch«. Tatsächlich wendet sich Brecht gegen eine spekulative »literarische Psychologie«, wie sie seiner Ansicht nach viele Schriftsteller bei der Ausarbeitung ihrer Dramen, Romane oder Erzählungen verwenden. Die »wissenschaftliche Psychologie« hingegen wird von Brecht begrüßt. Mehr noch, Brecht befaßt sich als Dramatiker mit den großen psychologischen Richtungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und entwickelt dabei eigene Auffa...

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