09.02.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Die Zeche bezahlen die normalen Leute«

Bei der letzten Abstimmung zu Unternehmenssteuern wurden der Bevölkerung Milliardenausfälle verschwiegen. Gespräch mit Margret Kiener Nellen

Patricia D’ Incau, Bern

Wenn am Sonntag über die Unternehmenssteuerreform III abgestimmt wird, ist es genau neun Jahre her, seit das letzte Mal über eine derartige Vorlage entschieden wurde. Worum ging es damals?

Bei der Unternehmenssteuerreform II wurden vor allem drei große Steuerprivilegien für Aktionäre geschaffen: Erstens ist der Sündenfall passiert, dass nach langjährigem Drängen der Rechten im Parlament eine Mehrheit gefunden wurde, um die Steuern auf Dividenden – also Auszahlungen an Aktionäre – massiv zu senken oder gar ganz zu beseitigen. Zweitens wurde entschieden, dass Aktiengesellschaften die Gewinnsteuer, die sie zu zahlen hätten, vollumfänglich von der Kapitalsteuer abziehen können. An dritter Stelle, und das war das Gravierendste, standen die Änderungen bei den Ausschüttungen von früheren Kapitaleinlagen. Zuvor waren diese Gelder einer normalen Einkommenssteuer unterstellt. Mit der USR II von 2008 wurde dann totale Steuerfreiheit gewährt. Ein solch großzügiges...

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