01.02.2017 / Inland / Seite 2

»Das können keine Vorbilder für uns sein«

Bundesverteidigungsministerium ­rechtfertigt Benennung von Kasernen nach Erwin Rommel und relativiert seine Schuld. Ein Gespräch mit Alexander S. Neu

Claudia Wrobel

Vom Bundesverteidigungsministerium kann man augenscheinlich noch was lernen: Erwin Rommel soll »ein Opfer des NS-Regimes« gewesen sein. Wie kam es zu dieser Einschätzung?

Den Geist der Bundeswehr kennt man ja, aber dass einem mal solche dreisten Sätze unterkommen, hätte ich nicht erwartet: Vor einigen Wochen bekam ich eine E-Mail von Herrn Dr. Wolfgang Proske. Der Historiker aus Baden-Württemberg beschäftigt sich offensichtlich sehr stark mit Nazigrößen und Tätern des NS-Systems. Er hat eine Petition in den Deutschen Bundestag eingebracht und die Bundesregierung aufgefordert, nach Rommel benannte Kasernen in Dornstadt und Augustdorf umzubenennen. Proske hat sauber dargelegt, dass Rommel zumindest Nazi-nah gewesen ist und dem Unrechtsregime gedient hat. Das Verteidigungsministerium ficht das aber nicht an.

Wissen Sie, nach welchen Kriterien Rommel ein Opfer gewesen sein soll?

Das ist mir in der Tat schleierhaft. Es wird geschrieben: »Einige der von dem Petent...

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