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06.04.2016 / Feuilleton / Seite 10

Aufgewischt wird später

Wie der mächtigste Banker der Welt eine Finanzblase platzen ließ, um der IT-Branche zum Durchbruch zu verhelfen – ein Buch über die Strategien der Fed unter Alan Greenspan

Gerhard Hanloser

Im ersten Band seiner Reihe »Krisen – Kämpfe – Kriege« widmet sich Detlef Hartmann dem Vermächtnis von Alan Greenspan, Boss der US-Notenbank (Fed) von 1987 bis 2006. »Mit unermesslicher Liquidität« habe Greenspan in den 90ern »eine epochale Innovationsoffensive« entfesselt – zugunsten der noch zaghaften IT-Ansätze. Ohne Finanzblasen war die neue Ära nicht durchzusetzen, wusste der mächtigste Banker der Welt. Auch für ihr Platzen hatte er eine Direktive: »Explodieren lassen, aufgewischt wird später!« Mit neuem Geld, in eine neue Blase hinein, wie Hartmann anfügt.

In seinem Buch geht es weniger um abstrakte Gesetzmäßigkeiten als vielmehr um aktuelle Kämpfe und deren Akteure. Die unteren Klassen auf der Suche nach Überlebensgarantien stehen dabei angeblichen Trägern von Innovation und Entwicklung gegenüber, die lediglich das Interesse verfolgen, tradierte Arbeits- und Lebensverhältnisse zu dynamisieren, sprich: zu zerstören, um mehr Profite herauszuschlagen.

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