15.02.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Vergebene Chancen

Abnehmende Beschäftigung, große Lohnunterschiede: Frauen auf dem indischen Arbeitsmarkt stark benachteiligt

Thomas Berger

Indiens Arbeitsmarkt fehlen 217 Millionen Frauen. Während nahezu alle anderen ökonomischen Indikatoren der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens kontinuierlich in die Höhe weisen, hat der Anteil berufstätiger Frauen in den vergangenen Jahren weiter abgenommen. Waren 1991 noch 33,7 Prozent der Beschäftigten weiblich, so hat sich der Wert zwischen 2011 und 2014 bei 28 bzw. 27 Prozent eingepegelt.

Die Gründe sind vielfältig. So sind die Verhältnisse in Stadt und Land sehr verschieden. In den Dörfern ist es oftmals die schiere ökonomische Notwendigkeit, dass beide Ehepartner zum – äußerst schmalen – Einkommen beitragen, um die zudem in der Regel zahlenmäßig größere Familie durchzubringen. Vergütungsunterschiede gibt es zwar auch schon bei Tagelöhnerjobs, aber dort fallen sie kaum ins Gewicht. Umgekehrt können Frauen in urbanen Ballungsgebieten heute oft höhere Bildungsabschlüsse vorweisen. Traditionelle Rollenbilder sorgen aber dafür, dass nach wie vor viele von...

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