15.02.2016 / Inland / Seite 8

»Alle Nachbarn haben dafür nur noch Kopfschütteln übrig«

Berlin: Polizei kontrolliert im »Gefahrengebiet« Rigaer Straße sogar Eltern auf dem Weg zur Kita. Ein Gespräch mit Victoria S.

Gitta Düperthal

Die Rigaer Straße in Friedrichshain ist zum polizeilichen »Gefahrengebiet« erklärt worden, im Januar ist ein linkes Wohnprojekt mehrmals durchsucht worden. Nach Polizeirecht können Beamte Personen ohne Anlass kurzzeitig anhalten, befragen, ihre Identität feststellen, mitgeführte Sachen inspizieren. Davon machen sie ausgiebig Gebrauch: Betroffen waren vergangene Woche auch Erzieher und Eltern des Kinderladens »Rock ’n’ Roll Zwerge e. V.«. Was war los?

Als wir uns nach einem Elternabend vor dem Kinderladen verabschiedeten, fuhr plötzlich ein Mannschaftswagen der Polizei vor. Beamte sprangen heraus, streiften sich Handschuhe über und kesselten uns ein. »Sofort stehenbleiben: Personenkontrolle«, hieß es. Wir drei Erzieher hatten darauf hingewiesen, dass wir hier arbeiten; eine Mutter, die dabei war, könne es bestätigen. Trotzdem haben sie etwa eine halbe Stunde lang in Taschen geschaut, Personalien aufgenommen. Wiederholt behaupteten Polizisten, wir seien selb...

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