05.02.2016 / Inland / Seite 4

Vernetzung macht verdächtig

Berlin: Kiezversammlung in Rigaer Straße von großem Polizeiaufgebot begleitet

Michael Merz

Nachbarschaftliche Vernetzung macht verdächtig, zumindest in der Rigaer Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Stoßstange an Stoßstange fuhren am Montag abend die vollbesetzten Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei durch das Viertel, über den Dächern dröhnte ein Hubschrauber. Anlass: eine Anwohnerversammlung in einer Kirche. Knapp 100 Friedrichshainer kamen und diskutierten über polizeiliche Willkür, das Leben im »Gefahrengebiet« und eine für Samstag geplante Demonstration gegen die als »Gentrifizierung« bezeichnete Verdrängung einkommensschwacher Schichten aus der Innenstadt. »Eine Vernetzung zwischen den Nachbarn macht der Polizei wohl Angst«, erklärte sich ein Teilnehmer das Aufgebot vor der Kirchentür.

Die Verhältnismäßigkeit wird hier schon lange nicht mehr gewahrt. Offenbar hat Innensenator Frank Henkel (CDU) die Straße mit ihren linken Hausprojekten spätestens seit Mitte Januar verstärkt im Visier (jW berichtete). Etliche Hundertschaften d...

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