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26.01.2016 / Thema / Seite 12

Mittel der Kriegführung

Die syrische Regierung setzt Fassbomben gegen die Zivilbevölkerung ein, heißt es ­allenthalben. Belege dafür gibt es kaum. Die ­tausendfache Wiederholung der Behauptung begründet aber für den Westen die Notwendigkeit des Sturzes Assads

Joachim Guilliard

Nachdem aufgrund unabhängiger Untersuchungen und Recherchen die Behauptung, die syrische Armee habe Giftgas gegen »Aufständische« eingesetzt, unhaltbar wurde, sind nun »Asssads Fassbomben« das wichtigste Argument, mit dem das Festhalten am Umsturzziel begründet und jeglicher Zusammenarbeit mit der Regierung eine Absage erteilt wird.

US-Präsident Barack Obama behauptete in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am 28.9.2015, sein syrischer Amtskollege würde »Fassbomben abwerfen, um unschuldige Kinder zu massakrieren«, ohne die unterstellte Absicht irgendwie zu belegen. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnte Anfang Dezember die von der französischen Regierung ins Auge gefasste Zusammenarbeit mit der syrischen Armee im Kampf gegen die dschihadistische Miliz »Islamischer Staat« (IS) mit der Begründung ab, Assad »werfe nach wie vor Fassbomben auf sein eigenes Volk«.

Gary Leupp, Professor für Geschichte an der Tufts University, setzte daher an di...

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