25.01.2016 / Inland / Seite 5

KZ-Außenlager und Mastanlage für Broiler

Das Atommüllendlager Morsleben hat eine wechselvolle Geschichte

Reimar Paul

Das Atommüllendlager Morsleben hat eine wechselvolle Vergangenheit. Es diente zur Salzgewinnung, zur Rüstungsproduktion mit KZ-Häftlingen, zur Geflügelzucht und als Deponie für radioaktive Abfälle: Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), hat eine Ausstellung über die Geschichte des Endlagers zusammengetragen. Am heutigen Montag wird sie in der Infostelle Morsleben eröffnet.

Die kleine Ortschaft, deren Namen das Endlager trägt, liegt in Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Niedersachsen. Unter der Erde: Millionen Jahre alte Schichten aus Kalisalz, Steinsalz und dem auch als Calciumsulfat bekannten Mineral Anhydrit. Diese Schätze haben über viele Jahre die Geschichte von Morsleben geprägt: Im Jahr 1889 gründet der Kaufmann Gerhard Korte die »Bohrgesellschaft Gott mit uns«, um in der Region Kali zu fördern. 1897 wird im drei Kilometer von Morsleben entfernten Beendorf ein erster Schacht gebaut, den Korte nach seiner Frau Marie benennt. Als die Behör...

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