22.01.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Noch nicht am Ziel

Seit zehn Jahren ist Evo Morales Präsident Boliviens. Er hat viel erreicht, doch der Kampf geht weiter

Volker Hermsdorf

Am heutigen Freitag begeht Boliviens erster indigener Präsident ein in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliches Jubiläum. Vor zehn Jahren zog mit dem ehemaligen Kokabauern und Gewerkschafter Evo Morales ein Mann in den »Palacio Quemado« genannten Präsidentschaftspalast von La Paz, der gut 50 Jahre zuvor noch nicht einmal hätte wählen dürfen. Der indigenen Bevölkerung wurden in dem Andenstaat erst 1952 die Bürgerrechte, darunter das aktive und passive Wahlrecht, verliehen. »Eure Politik sind Schaufel und Hacke«, erinnert Morales an den Umgang mit den Ureinwohnern in dieser Zeit. Heute ist der Aymara nicht nur sehr beliebt, sondern von allen bisherigen Präsidenten Boliviens mit zehn Jahren auch am längsten im Amt. Die neun Jahre und zehn Monate des bisherigen Rekordhalters Andrés de Santa Cruz (1829–1839) hat er bereits übertroffen. Sollte die Bevölkerung sich im kommenden Monat für eine Änderung der Verfassung aussprechen, könnte Morales 2019 sogar für eine weit...

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