07.11.2015 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Weltoffener Odin-Kult

Skandinaviens neue Heiden distanzieren sich von rechter Ideologie

Ruben Wickenhäuser

Ein Mann in wikingerzeitlich anmutenden Gewändern schreitet voran, gefolgt von Menschen mit Trommeln und Rasseln. Auf einem Tisch stehen stabförmige Holzfiguren, Trinkhorn, Klangschale und weitere Utensilien. Die Feiernden versammeln sich drum herum. Es ist das Frühlingsfest einer Glaubensgemeinschaft, die zu Odin, Thor und Freja betet. Ganz neu ist dies nicht: Anfang des Jahres ist in Island bereits die erste Kirche der »Ásatrúarfélagidh«, der Anhänger jenes Glaubens, eingeweiht worden. Nun kam die Meldung des Kirchenbaus aus einem Land, das auch wegen seiner »Elfenbeauftragten« durch die deutsche Presse gegangen ist. Urlauber berichten häufig von einer besonders intensiven Ausstrahlung der isländischen Landschaft, angesichts derer das Vorhandensein mythischer Kräfte nicht mehr abwegig erscheinen würde.

Doch nicht nur auf der Insel der Geysire und schroffen Natur lebt der Glaube an eigentlich längst zu Märchengestalten gewordene Gottheiten auf. In ganz Sk...

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