15.09.2015 / Sport / Seite 16

Aus den Unterklassen. WM der Geflüchteten

Gabriele Damtew

Sonntag nachmittag. In der letzten Spielsekunde gleicht Deutschland gegen Syrien aus. 1:1, »Gooooooooooooooooool!« schreit Garrincha (das steht so auf seinem Trikot) ins Mikro. Ich muss mich erst mal setzen, zwei Sitzreihen hinter ihm. Garrincha, auch für das Auflegen von Platten an zwei Turntables zuständig, kündigt das nächste Spiel an: »Afghanistan gegen Albanien, die bisher stärksten Mannschaften des Turniers!« Dazu knallt er den Zuschauern Samba Tropical um die Ohren, was die Trommler der Musikschule Schöneberg dazu anspornt, den bisherigen Dezibelrekord zu brechen.

Ohne merklich Luft zu holen, kommentiert Garrincha sofort jeden Spielzug des Spektakels im schönsten Brasilportugiesisch. Als die Gangart auf dem Parkett härter wird, mahnt er: »Fair Play muss sein!« Afghanistan gewinnt 1:0. Dann ist wieder Team Deutschland dran, diesmal gegen Eritrea. Da Äthiopien für diesen »Cup der Guten Hoffnung«, einer WM der Geflüchteten in d...

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