28.07.2015 / Inland / Seite 5

»Experiment mit der Wahrheit«

Statt fehlerhaften Sanktionsbescheid zu prüfen, bietet Jobcenter Hartz-IV-Bezieher Essensgutscheine an

Susan Bonath

Auf die Hungeraktion des seit 2013 um 100 Prozent sanktionierten Hartz-IV-Aktivisten Ralph Boes hat erstmals das zuständige Jobcenter Berlin-Mitte reagiert. Wieer gegenüber jW angab, erreichte ihn am Wochenende ein Angebot des Amtes für Lebensmittelgutscheine. Für Beratung und Antragstellung halte man ihm einen Termin am 31. Juli frei. Seit 1. Juli hungert Boes öffentlich. So will er auf die seiner Ansicht nach verfassungswidrige Strafpraxis bei Hartz IV aufmerksam machen. Mittwochs bis sonntags sitzt er deshalb vor dem Hotel Adlon am Brandenburger Tor. Ohne Mittel sei er gezwungen, auf Nahrung zu verzichten. »Ich werde sozusagen gehungert«, sagte er. Zuvor habe er mit Hilfe freiwilliger Darlehen von Mitstreitern überlebt. Seine Aktion »Hungern nach Würde« sei »ein Experiment mit der Wahrheit«.

Wie der Hartz-IV-Strafkatalog funktioniert, hatte der Sprecher des Berliner Jobcenters, Andreas Ebeling, kürzlich gegenüber dieser Zeitung dargelegt (siehe jW vom ...

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