17.04.2014 / Feuilleton / Seite 12

Wirtschaftsmacht und Ideologie

In seinem Geschichtsbuch über die Päpste entlarvt der kürzlich verstorbene Kirchenkritiker Karlheinz Deschner die Politik des Vatikans

Harry Popow
In seinem Buch »Die Politik der Päpste« spürt Karlheinz Deschner (1924-2014) der oft geheim gehaltenen Zweisamkeit von Kurie und Kapitalmächten nach. Mit Akribie geht er selbst den scheinbar unscheinbarsten Äußerungen von kirchlichen Würdenträgern nach, stöbert in Hirtenbriefen, Reden, Rundschreiben, Verträgen und berichtet von geheimen Treffen. Was er findet, sind haarsträubende Fakten. Jedes Gebet, jede angeblich menschliche Hilfeleistung auf dem Gebiet der Caritas, »die Kirchensteuer, die Säuglingstaufe, der Religionsunterricht, … ein Tischgebet, Beichtgang, eine Kommunion…, all dies wird letzten Endes … auf die Waagschale priesterlicher Macht- und Weltmachtambitionen geworfen«, schreibt Deschner.
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