02.11.2013 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Tödliche Agrargifte

Argentiniens Farmer versprühen doppelt soviel Pestizide wie ihre US-Kollegen. Immer mehr Anwohner erkranken an Krebs. Fehlgeburten, Gendefekte bei Säuglingen häufen sich

Michael Warren, AP
Argentiniens Agrarindustrie hat sich seit der Einführung gentechnisch veränderter Kulturen im Jahr 1996 dramatisch verändert. Die Landwirtschaft ist inzwischen dominiert vom Soja-, Mais- und Baumwoll­anbau. Allein die Menge geernteter Sojabohnen hat sich seither verdreifacht, Argentinien ist zum drittgrößten Produzenten der Welt aufgestiegen. Derweil wird der Einsatz der beim Anbau eingesetzten Pestizide kaum kontrolliert. Viele der angewandten Substanzen sind in Europa verboten. Und diejenigen, die erlaubt sind, werden bedenkenlos in riesigen Mengen auf die Äcker gekippt. 1990 wurden etwa neun Millionen Gallonen Agrochemikalien ausgebracht, heute sind es 84 Millionen.

Ärzte und Wissenschaftler schlagen deshalb seit Jahren Alarm. Sie beobachten steigende Krebsraten, immer mehr Fehlbildungen bei Neugeborenen und Haut- und Atemwegserkrankungen in der in den betroffenen Regionen lebenden Bevölkerung. Da ist zum Beispiel Aixa Cano, eine schüchterne Fünfjähri...

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