26.08.2013 / Inland / Seite 5

Segen für den Todesschuß

Berliner Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Polizisten ein. Umstrittener Einsatz am Neptunbrunnen soll »Notwehr« gewesen sein

Markus Bernhardt
Das Ergebnis war zu erwarten: Die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt hat die Ermittlungen gegen einen Streifenpolizisten, der am 28. Juni dieses Jahres den psychisch erkrankten Manuel F. mit einem glatten Lungendurchschuß im Becken des Berliner Neptunbrunnens tötete (jW berichtete), eingestellt. Angaben der Behörde vom Freitag zufolge soll der Beamte in Notwehr gehandelt haben.

Manuel F., der unter Schizophrenie litt, hatte sich am Tag der Tat unbekleidet und mit einem Sägemesser bewaffnet in dem Brunnen in der Nähe des Roten Rathauses selbst Verletzungen zugefügt. Anstatt jedoch beruhigend auf den 31jährigen einzuwirken, war ein Beamter in das Becken gestiegen, wodurch sich F. offensichtlich provoziert fühlte.

Obwohl den damals eingesetzten Polizeibeamten mehrere Möglichkeiten zur Verfügung standen, die Situation zu entschärfen, setzten sie auf einen konfrontativen Einsatzverlauf, der für F. am Ende tödlich endete. Er verstarb noch am Tatort an den Folg...



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