29.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Über Sprache (7 und Schluß)

Reinhard Jellen
»Gäbe es keine Sprache, so wäre uns weder das Gute noch das Böse bekannt, noch das Wahre und Falsche, noch das Angenehme und das Unangenehme. Die Sprache ermöglicht es uns, alles das zu begreifen. Denkt über Sprache nach.« (Upanischaden) Im Alltag wird Sprache nicht so gehandhabt, daß man sich der Begriffe vollkommen klar sein muß, derer man sich bedient, sondern es wird sich einfach auf die Erfahrung verlassen, daß die Worte adäquat die Dinge und Relationen abbilden, die damit gemeint sind. Wenn man aber wie heutzutage in Zeiten lebt, in denen bereits das Alltagsleben durch ein mediales propagandistisches Trommelfeuer hoch ideologisiert wird, kann man erleben, daß die Worte als Gedankenkürzel in die falsche Richtung weisen und auf das Denken und Handeln der Menschen auf fatale Weise zurückwirken. Beispielsweise besteht der gesamte Begriffskatalog, mit dem die Agenda 2010 legitimiert werden sollte (Deregulierung, Flexibilisierung etc.) aus Worthülsen, die genau das Gegenteil von dem...

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