17.09.2012 / Thema / Seite 10

Republik oder Imperium

Die am 17. September 1787 im Konvent von Philadelphia beschlossene US-Verfassung ist kein gutes Vorbild für ein demokratisches Europa

Thomas Wagner
In heutigen Geschichtsbüchern erscheint die Amerikanische Revolution als eine gesellschaftliche Umwälzung, die zum Ende des 18. Jahrhunderts einen epochalen demokratischen Neuanfang und damit den Beginn einer von den fortschrittlichen Idealen des Bürgertums geprägten modernen Welt markiert. »Das Prinzip der Volkssouveränität, das Recht auf politische Beteiligung, die Ordnung des politischen Lebens durch geschriebene Verfassungen, die Grund- und Menschenrechte, die Gleichheits- und Glücksansprüche des Menschen wurden von ihr proklamiert«, schrieb der westdeutsche Historiker Hans-Christoph Schröder (Die Amerikanische Revolution. Eine Einführung, München 1982, S. 9), und der Leipziger Revolutionshistoriker Manfred Kossok befand: »Nach dem Vorbild von John Locke und Charles de Montesquieu erfolgte eine strikte Gewaltenteilung«. (In Tyrannos. Revolutionen der Weltgeschichte, Leipzig 1989, S. 152) Doch während die Unabhängigkeitsbewegung der Siedlerkolonisten g...

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