21.08.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

»Eskalation von staatlichen Stellen provoziert«

Die Linke ruft zur Beteiligung an Protesten zum Jahrestag der rassistischen Übergriffe auf. Ein Gespräch mit Ida Schillen

Markus Bernhardt
Ida Schillen lebt in Rostock und ist ­Mitglied im Bundesvorstand der Partei Die Linke Verschiedene antifaschistische Organisationen mobilisieren für den 25. August zu einer bundesweiten Großdemonstration nach Rostock, um an die gegen Migranten gerichteten Pogrome 1992 im Stadtteil Lichtenhagen zu erinnern. Wie erklären Sie sich die damaligen Angriffe, bei denen die Polizei die rassistischen Gewalttäter vielerorts ungestört gewähren ließ, im Rückblick? Es war eine brutale Form der unterlassenen Hilfeleistung seitens der lokalen staatlichen Verantwortungsträger. Diese behördliche Straftat wurde bis heute nicht geahndet. Es begann damit, daß die Flüchtlinge vor der Zulassungsstelle in Lichtenhagen im Freien ohne jedwede staatliche Hilfe campieren mußten. Es eskalierte in polizeilich geduldeten tagelangen menschenverachtenden Posen und Übergriffen durch eine rassistisch aufgebrachte Bevölkerung bis hin zum furchtbaren Brandanschlag auf das benachbarte Wohnhaus, in dem vietnamesische Fa...

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