03.08.2012 / Inland / Seite 2

»Eine ganz normale Wohngegend«

Polizei und Innenbehörde wollten rassistischen Anschlag in Bremen entpolitisieren. Ein Gespräch mit Kristina Vogt

Claudia Wangerin
Kristina Vogt ist Mitglied der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft.

In der Nacht zum vergangenen Samstag gab es im Bremer Stadtteil Woltmershausen einen Brandanschlag auf das Haus einer Familie, die aus der Türkei stammt. Die Täter kamen aus der Nachbarschaft und sollen dabei »Ausländer raus« gerufen haben. Ist an diesem Stadtteil irgend etwas ungewöhnlich?

Das ist eigentlich eine ganz normale Wohngegend. Es ist nicht bekannt, daß dort auffällig viele organisierte Faschisten wohnen würden. Der Anschlag hat nach jetzigem Kenntnisstand mit Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft zu tun.

Die Innenbehörde weigerte sich allerdings, ein rassistisches Tatmotiv anzuerkennen.

Das wurde zunächst mit dem Hinweis auf Alkohol relativiert. Es war spät, die Nachbarn hatten eine Feier. Der 20jährige Sohn der Familie kam nach Hause und wurde mit rassistischen Sprüchen provoziert – in der Absicht, ihn aus der Deckung zu holen und dann zu verprügeln. Er ...



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