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04.06.2012 / Feuilleton / Seite 13

Auf der Bruchlinie

Constanza Macras untersuchte im Hamburg Kulturzentrum Kampnagel mit »Open for Everything« das Verhältnis zwischen Roma und Mehrheitsbevölkerung

Falk Schreiber
Es ist so einfach, »Open for Everything« abzulehnen. Wenn ein rostzerfressener Lada an die Rampe im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel rollt, aufgehübscht mit einer Mercedes-Kühlerhaube und gefüllt mit zehn, zwölf, fünfzehn Personen, arm und erfindungsreich und lustig. Wenn Musiker zu spielen beginnen, eins, zwei, drei, Balkanpop, Flamenco, Bollywoodscores. Wenn eine Darstellerin sich ans Publikum wendet und erzählt, daß sie gar nichts habe gegen die »Zigeuner«, aber andere Vorstellungen von Hygiene als wir hätten die ja doch. Es wäre so einfach, »Open for Everything« abzulehnen, dieses Theater, das alle Tore öffnet für den Vorwurf »Gutmenschenkitsch!« – wäre dieses Stück nicht von Constanza Macras, die sich mit Stücken wie »Scratch Neukölln«, »Big in Bombay« und »Hell on Earth« als Tanztheater-Spezialistin für großstädtische Differenz etabliert hat und jede Kitschgefahr von vornherein dekonstruiert. Naja: fast jede.

Zwei Jahre lang recherchierte Ma...

Artikel-Länge: 4541 Zeichen

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