05.09.2009 / Ausland / Seite 2

»Die inhaltliche Leere der Linken ist unerträglich«

In Berlusconis Italien herrscht Zensur, die Kultur löst sich auf. Die Opposition schläft selig. Gespräch mit Dario Fo

Boris Sollazzo
Der Italiener Dario Fo (83) ist Autor, Regisseur, Schauspieler und Dramaturg. Er wurde 1997 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet

In Italien haben die Angriffe auf die letzten kritischen Stimmen im öffentlichrechtlichen Fernsehkanal RAI 3 und auf regierungskritische Zeitungen enorm zugenommen. Unter anderem fiel der Film »Videocracy« von Erik Gandini über die Medienmacht des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi der Zensur zum Opfer. Was sagen Sie dazu?

Es wundert mich nicht, daß die staatlichen Fernsehsender die Ausstrahlung des Films verboten haben. Ich selbst habe heute große Schwierigkeiten, im Fernsehen das zu sagen, was ich dort noch vor einem Jahr äußern konnte. Der Spielraum für alles, was anders ist, wurde beschnitten. Berlusconi will alle Kommunikationswege unter seine Kontrolle bringen, und natürlich ist das Fernsehen dabei von zentraler Bedeutung.

Berlusconi ist jetzt zwar der Hauptfeind, aber Sie hatten schon immer unter Zensur zu leiden....


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