04.02.2006 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Palästina wird ganz sicher kein zweites Afghanistan«

Gespräch mit Raif Hussein. Über den Wahlsieg der Hamas, gescheiterte Widerstandsstrategien, hysterische Reaktionen und verfehlte Drohungen des Westens sowie die Notwendigkeit einer Regierung der nationalen Einheit

Rüdiger Göbel
Der Politologe Raif Hussein ist stellvertretender Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands e.V. und lebt in Hannover.
 
Die »Demokratisierung des Nahen Ostens« verläuft nicht im Sinn der Demokratie-Exporteure: Nach dem Wahlsieg der islamischen Hamas im Gazastreifen und Westjordanland in der vergangenen Woche war hierzulande wie in den USA von einem »politischen Erdbeben« die Rede. Wie kam es zu diesem doch überraschend deutlichen Ergebnis für den Paria des Westens?
 
Zunächst einmal: Es ist unbestritten, daß die Wahlen in Palästina demokratisch und fair verlaufen sind. Es waren die ersten demokratischen Wahlen seit dem Ende der Kolonialzeit und das ohne, daß man Milliarden von Euro und Dollar für die Bombardierung eines Volkes ausgegeben hat, um es zur Demokratie zu zwingen.
 
Wie die Ergebnisse zustande gekommen sind, ist eine ganz andere Frage. Das Votum bringt den Willen des Volkes zum Ausdruck. Das einzige Problem ist, daß...



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