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22.06.2005 / Ansichten / Seite 2

»Mitarbeiter mußten in die Kirche eintreten«

Caritas und Diakonie bekommen nur 1,8 Prozent ihrer Gelder von den Kirchen. Die restlichen 44 Milliarden Euro berappt der Steuerzahler. Ein Gespräch mit Carsten Frerk

Peter Wolter

* Carsten Frerk ist freier Autor. Er hat jetzt das Buch »Caritas und Diakonie in Deutschland« veröffentlicht und nennt darin erstmals exakte Zahlen und Details zur Finanzierung dieser beiden christlichen Wohlfahrtskonzerne.

F: Viele Menschen begründen ihren Verbleib in der Kirche damit, die kirchlichen Wohlfahrtsverbände täten so viel Gutes. Wieviel Gutes tun Caritas und Diakonie?

Die machen das gleiche wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) oder die Volkssolidarität. Der Unterschied ist, daß sie sich mit dem Kreuz schmücken und glauben machen, ihre Arbeit sei nur durch erhebliche Kirchenzuschüsse möglich.

Das ist falsch. Caritas und Diakonie setzen im Jahr zusammen 45 Milliarden Euro um. Das Geld kommt aus öffentlichen Mitteln, nur 828 Millionen Euro bezahlen die Kirchen – das sind 1,8 Prozent der Gesamtsumme. Diese Eigenmittel fließen im wesentlichen in drei Bereiche: die Hälfte in Kindertagesstätten...





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