20.11.2002 / Feuilleton / Seite 1 (Beilage)

Was man alles machen kann

Eine kleine Organisation mit großer Phantasie: Michael Steffen legt die Geschichte des Kommunistischen Bundes vor

Christof Meueler

Das war revolutionäre Wachsamkeit: 1985 erklärte Kai Ehlers, eine der Führungsfiguren des Kommunistischen Bundes (KB), die sogenannte Faschisierungsthese für überholt. Damit war es im Prinzip um den KB, die intelligenteste und einflußreichste K-Gruppe der BRD, geschehen. Für den KB, der sich von seinen bizarren bis hirnrissigen Konkurrenten dadurch unterschied, daß er zwar ein Statut, doch niemals ein Grundsatzprogramm – also das, worauf alle Sektierer am meisten stolz sind – formuliert hatte, war die Faschisierungsthese, die man in ihrer genialischen Einfachheit auch mit den Anfangszeilen des Slime-Liedes »Bullenschweine« zusammenfassen könnte (»Der Faschismus hier in diesem Land / der nimmt allmählich überhand«) zentrales Anliegen. Diffus genug, um »revolutionäre Realpolitik« betreiben zu können, das heißt bündnispolitisch extrem einfalls- und einflußreich zu agieren, damit die »Möglichkeit eines neuen Faschismus als aktuelle Gefahr« abgewendet werden k...

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