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05.10.2019 / Inland / Seite 3 (Beilage)

Das DDR-Sonderbewusstsein

Arnold Schölzel

In der Welt am Sonntag veröffentlichte der frühere Herausgeber der Welt-Gruppe, Thomas Schmid, unter der Überschrift »Freude will einfach nicht aufkommen« eine Art Fatwa gegen Kleingläubige der deutschen Einheit. Auf seinem eigenen Blog lautet der Titel: »Die DDR lebt in Köpfen und Herzen weiter«. Schmid hat die landesübliche Evolution vom Spinner-Sponti und RAF-Verehrer zum stramm nach rechts geneigten Springer-Schreiber durchgemacht. Da ist Rassismus gegen die Eingeborenen von Ostzonesien zum 3. Oktober fällig.

Der bösen Botschaft im Titel folgt im ersten Satz Gutes: »Der Herbst 1989 war ein Herbst, so schön wie lange keiner mehr.« Weil: »Ein halber Kontinent holte sich die Freiheit, schüttelte den kommunistischen Großversuch ab«. Aber 30 Jahre danach hätten »die Bemühungen, sich dieser Erfahrung (...) zu vergewissern, meist etwas Gequältes.« Es rieche immer nach »erinnerungspolitischer Volkshochschule«. Viele seien »verstimmt«, es fehle die »Spontaneit...

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