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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 24 (Beilage)

Vom Lockern der Kralle

Gegen die Unkenntnis. Mit Gerd Dietrichs »Kulturgeschichte der DDR« liegt endlich ein umfassendes Nachschlagewerk vor

Ronald Weber

Neulich saß ich in Schinkels Kirche in Neuhardenberg, das zu DDR-Zeiten mal Marxwalde hieß, und lauschte der Schauspielerin Corinna Harfouch, die gemeinsam mit Alexander Scheer Texte zur Deutschen Einheit vortrug. Texte aus Ostperspektive von Christa Wolf, Peter Hacks, Heiner Müller und anderen. Von Unterwerfung war da die Rede und von Kolonialismus. Das Publikum spendete begeistert Beifall. Auch Volker Brauns Klassiker »Das Eigentum«, das die Katerstimmung nach dem vermeintlichen Aufbruch im Herbst 1989 so treffend auf den Punkt brachte, wurde gegeben. »Die Hoffnung lag im Weg wie eine Falle«, heißt es darin, und »Mein Eigentum« – eben jenes ominöse Volkseigentum, das nicht sein durfte und folglich privatisiert wurde – »jetzt habt ihrs auf der Kralle«.

Auf der Kralle bzw. unter Kontrolle hatte der Westen nach dem Ende des Sozialismus nicht nur den Großteil der Produk­tionsmittel jenseits der Elbe, sondern auch den gesellschaftlichen Diskurs. Die Sieger, ...

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