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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 23 (Beilage)

Im Herzen der Leere

Gesellschaft ohne Thema: Lars Distelhorst analysiert die Spätfolgen des Kapitalismus

Detlef Kannapin

Das Gebrauchswertversprechen der Ware wird in der Verlagsbranche durch die Titelvergabe vollzogen. Meist suggerieren die Buchtitel mehr, als im Text geleistet wird, oftmals führen sie gar vollständig in die Irre, so dass die griffige Parole des Buchdeckels die Ärmlichkeit des Inhaltes verdeckt. Bei der neuesten Veröffentlichung des Potsdamer Sozialwissenschaftlers Lars Distelhorst ist der Gehalt zweifelsfrei alles andere als ärmlich, der Titel »Kritik des Postfaktischen« jedoch trotzdem falsch. Post factum wäre ja bekanntlich nach den Handlungen, Werken, Taten, Tatsachen, und da begänne dann die Interpretation, die unter günstigen Umständen zu Erkenntnisgewinnen führt. In der Öffentlichkeit ist mit dem »Postfaktischen« hingegen das Phänomen gemeint, dass gewisse, bestimmbare gesellschaftliche Klassen und Gruppen sich gegen Tatsachen und Ereignisse mit Glauben und Leugnen wehren, Meinung und Wissen auf dieselbe Stufe stellen und sich jeglicher rationaler A...

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