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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 21 (Beilage)

Im Anfang war der Zorn

»Mit Dolchen sprechen«: Karl Heinz Bohrer untersucht den literarischen Hasseffekt

Felix Bartels

In Edmond Rostands »Cyrano de Bergerac« (1897) kann der leicht kränkbare, von Gefühlen der Minderwertigkeit getriebene Titelheld beim Duell das Reden nicht lassen. Ein Satz begleitet den Kampf, zugleich die Arbeit des Degens spiegelnd und deren Abschluss ankündigend: »Denn beim letzten Verse stech’ ich.« Karl Heinz Bohrer behandelt Rostands Schauspiel in seinem Buch »Mit Dolchen sprechen« nicht, doch der Titel erinnert stark an das szenische Motiv und will auf dieselbe Dialektik von Handlung und Sprache hinaus. Hier liegt eine Untersuchung über den »Hasseffekt« vor, indessen nicht über Hass als solchen, nicht über Folgen und Gründe der Niedertracht. Die Studie taxiert die Hassrede als Element poetischer Literatur.

In der kurzen Einleitung wird der Begriff in diesem Sinne zugeschnitten. Es gehe, schreibt Bohrer, weniger um Hass als Impuls politischer Kämpfe oder als Moment psychologischer Identifikation, sondern darum, »wie der Affekt der Person zum Effekt...

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