Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. Januar 2020, Nr. 15
Die junge Welt wird von 2218 GenossInnen herausgegeben
16.10.2019 / Feuilleton / Seite 10 (Beilage)

Der allergrößte Schuft

»Die Tauben von Brünn«: Bettina Balàka erzählt nahezu nebenbei vom Wiener Lottokönig Johann Karl von Sothen

Carsten Otte

Die Geschichte ist so unglaubwürdig und zugleich bezeichnend für die Zeit, in der sie spielt, dass eine literarische Verarbeitung des Stoffs sich nahezu aufdrängt. Die Frage ist nur, auf welche Weise der große Aufstieg und das schmachvolle Ende dieser schillernden Figur erzählt wird. Johann Karl von Sothen wurde als Sohn eines Schneiders und späteren Tabaktrafikanten geboren, übernahm das Geschäft des Vaters, wurde mit Lotterie sowie Münzhandel reich und gehört in den postrevolutionären Jahren ab 1850 schließlich zu den einflussreichsten Bankiers in Österreich. Er galt allerdings auch als gewissenloser Gauner. Das Fundament seines Vermögens, so wurde vermutet, habe der Mann, der sich in der Öffentlichkeit gerne als Wohltäter präsentierte, mit Lottomanipulationen gemacht, und seine Angestellten behandelte er offenbar so schlecht, dass einer, der gerade entlassen worden war, den verhassten Ausbeuter schließlich erschoss. Mehr als 20.000 Menschen sollen sein...

Artikel-Länge: 6705 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €