Gegründet 1947 Donnerstag, 19. September 2019, Nr. 218
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
11.09.2019 / Feuilleton / Seite 3 (Beilage)

Stiller Tod

Auf Wiesen und Feldern lebt nichts mehr. Der Artenbestand sinkt rapide. Die verantwortliche Wirtschaftsweise braucht keine Auen, Moore und Säume, keine Spechte, Stare und Kiebitze

Jürgen Roth

Für einen entomologischen Experten wie den Zoologen Josef H. Reichholf war der Schwund der Insekten schon in den nuller Jahren nicht zu übersehen. Die Konsequenzen allein für die Vogelwelt lassen sich zum Beispiel an einigen Nahrungsspezialisten demonstrieren: »Dass man in der neuen Roten Liste der gefährdeten Tiere Bayerns rund zwei Drittel der im Lande vorkommenden Ameisenarten findet, wird nicht allzuviel Besorgnis in der Bevölkerung hervorrufen. Doch der Befund als solcher ist bezeichnend, erklärt er doch auf Anhieb, warum ›Ameisenspezialisten‹ wie der Wendehals so selten geworden sind. Entsprechend verhält es sich mit der Nahrung von Wiedehopf und Blauracke, von Ziegenmelker und Rotkopf- oder Schwarzstirnwürger. Sie leben von Großinsekten wie Käfern, langsam fliegenden, ungiftigen Schmetterlingen oder großen Heuschrecken. Es sind genau die Gruppen von Insekten mit hohen Anteilen gefährdeter Arten, welche die wichtigsten Anteile an der Nahrung dieser ...

Artikel-Länge: 10232 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €