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06.03.2019 / Feminismus / Seite 6 (Beilage)

Housing first!

Wohnungslose Frauen, gefährliche Arrangements und eine der wichtigsten feministischen Forderungen

Claudia Wangerin

Fritz Honka brachte Frauen um, über deren Verschwinden sich niemand wunderte und nach denen niemand fragte, der nicht selbst am Rand der Gesellschaft stand. Frauen ohne Aussicht auf menschenwürdige Wohnverhältnisse, die mehr oder weniger von verdeckter Armutsprostitution lebten, trafen ihren späteren Mörder in der Hamburger Kiezkneipe »Zum Goldenen Handschuh« und ließen sich von ihm mitnehmen. Gleichgültig oder in der trügerischen Hoffnung, dass sie bei ihm sicherer seien als unter Brücken, wo theoretisch jeder über sie hätte herfallen können, nahmen sie schlechten Sex mit dem Alkoholiker in Kauf, unterschätzten aber wohl seinen Sadismus.

Durch Zufall fanden Feuerwehrleute im Juli 1975 Leichenteile in der Abseite von Honkas Wohnung. Vier Tötungsdelikte – eines wurde vor Gericht als Mord gewertet, die anderen jeweils als Totschlag – konnten Honka zugeordnet werden. Seine heute bekannten Opfer hießen Gertraud Bräuer, Anna Beuschel, Frieda Roblick und Ruth S...

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