Gegründet 1947 Dienstag, 25. Februar 2020, Nr. 47
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06.03.2019 / Inland / Seite 3 (Beilage)

»Kinderfrei statt kinderlos«

Verena Brunschweiger hat ein provokantes »Manifest« geschrieben. Die Frage, was freier Wille unter ökonomischen Zwängen bedeutet, lässt sie offen

Claudia Wangerin

Fast jede Frau ab etwa 28, die bisher keine Kinder bekommen hat, kennt die übergriffige, oft von wenig vertrauten Personen gestellte Frage, wann sie denn welche möchte. Ein »Ob« gibt es für einige dieser Leute gar nicht. Das Paralleluniversum, in dem sie leben, muss das reinste Paradies für Mütter sein: Verarmte Alleinerziehende kommen darin nicht vor; keiner berufstätigen Frau mit Kind droht auch nur ansatzweise das Burnoutsyndrom, die Arbeitswelt ist familienfreundlich; so gut wie jeder Mann träumt davon, ein toller Vater zu sein und genauso oft Windeln zu wechseln wie seine Liebste.

Im Grunde weiß jede erwachsene Frau – ob Mutter oder nicht –, dass all das nicht stimmt. Die übergriffigen Fragesteller wissen das auch. Sie halten aber Frauen, die unter diesen Umständen lieber auf Kinder verzichten, für herzlos und materialistisch – und sie prophezeien ihnen bittere Reue in den Wechseljahren. Nach wie vor ist es ein gesellschaftliches Tabu, dass es auch F...

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