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13.02.2019 / Antifa / Seite 6 (Beilage)

Hinter den Kapitalismus

Die Autoren eines Sammelbands aus einem neurechten Verlag haben Marx entdeckt – und wenig verstanden

Gerd Bedszent

Ende der 1960er Jahren entdeckten einige Vordenker der dann so genannten Neuen Rechten, dass es sich lohnen könnte, von den Linken zu lernen. Dabei ging es nie um politische Inhalte, sondern unter Rekurs auf Antonio Gramsci ganz instrumentell um die Frage der Erringung »kultureller Hegemonie« bzw. der Schaffung einer »Diskurshoheit« zugunsten gegenaufklärerischer und antiuniversalistischer Positionen. Einige Schnäppchenjäger haben jetzt im Fachhandel für linke Theorie auch Marx für sich entdeckt, mit dem sie den bürgerlichen Liberalen zu Leibe rücken wollen. Vermutlich hat sich bei ihnen die Erkenntnis durchgesetzt, dass in Sachen Ökonomiekritik bei den eigenen Leuten schlicht nichts zu holen ist. Denn die Rechte hatte noch nie einen Begriff von der politischen Ökonomie der bürgerlichen Gesellschaft.

Ein kürzlich im Jungeuropa-Verlag erschienener Sammelband trägt den nonchalanten Titel »Marx von rechts«. Verlagsinhaber Philip Stein fragt sich in seinem Vo...

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