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12.01.2019 / Ausland / Seite 8 (Beilage)

Erzwungener Antiimperialismus

Russland wurde nach dem Ende der Sowjetunion 1991 in den Kapitalismus gestoßen, aber nicht als gleichberechtigter Partner anerkannt. Der Expansion des Westens begegnet es mit Widerstand

Reinhard Lauterbach

Es ist ein Mechanismus, nach dem die Uhr gestellt werden kann: Läuft im politischen Betrieb des Westens etwas tatsächlich oder vermeintlich schief, dauert es Stunden, bis der erste Verdacht gegen Russland oder China aufkommt. Ob aus Sicht des US-Establishments der falsche Mensch Präsident wird oder in Berlin Privatdaten etablierter Politiker an die Öffentlichkeit gebracht werden, stereotyp heißt es: Cherchez le Russe.

Natürlich ist es nicht falsch zu sagen, so gehe eben Feindbildpflege, und natürlich kann man die Infamien und Lächerlichkeiten, zu denen sich die versteigt, kritisieren oder dem Spott preisgeben. Nur erklärt das nicht, warum es genau dieses Feindbild ist und nicht ein anderes. Hierzu nachstehend ein paar Überlegungen.

Was den Westen nicht stört

In bezug auf Russland ist das ganz sicher nicht die Systemfrage. Die ist seit 1991 erledigt, als die Sowjetunion ihren Gesellschaftsentwurf aufgab und sich der alleinseligmachenden Lehre des Ka...

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