29.12.2018 / Geschichte / Seite 6 (Beilage)

»Größte Halunken der Geschichte«

Ein langer Abschied von der SPD: Erinnerungen eines Bremer Linksradikalen an den Ersten Weltkrieg und den Gründungsparteitag der KPD

Bruno Müller

Als der erste Weltkrieg ausbrach und die sozialdemokratischen Führer in den Versammlungen sich trotz der Beschlüsse von Stuttgart und Basel (auf den Kongressen der ­Sozialistischen Internationale 1907 und 1912, jW) für den Krieg aussprachen, war ich sehr erbittert und machte meinem Ärger in einer Versammlung der Sozialdemokratischen Partei in Vegesack bei Bremen durch Zwischenrufe Luft. Mit dem Genossen Reißmann, der als ­Lokalredakteur bei der sozialdemokratischen Zeitung tätig war, ging ich nach der Versammlung noch ein Stück des Weges. Er stellte sich auf den Standpunkt des Parteivorstandes und erklärte, dass er als Kriegsberichterstatter an die Front gehen wolle. Wir gerieten schwer aneinander, und ohne Abschied trennten wir uns. Ich habe später nie wieder etwas von ihm gehört. Auch mit dem Lagerhalter des Konsums in Blumenthal, Dettmann, hatte ich eine ähnliche Auseinandersetzung. In der Kantine der Werft, wo wir unser Mittagessen einnahmen, diskutie...

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