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12.09.2018 / Ausland / Seite 8 (Beilage)

Der Reformator Poroschenko

Der ukrainische Präsident will eine nationale Kirche aufbauen

Reinhard Lauterbach

Eine Autorin der Bertelsmann-Stiftung schrieb unlängst in den bürgerlich-seriösen Ukraine-Analysen allen Ernstes, Kirchenpolitik werde eines der wichtigsten Themen des kommenden Präsidentschaftswahlkampfes in der Ukraine darstellen. Präsident Pe­tro Poroschenko habe sich den Kampf um die Bildung einer Nationalkirche und die Lösung der ukrainischen Orthodoxen von Moskau zu seiner Aufgabe gemacht. Das ist verständlich: Endlich einmal etwas, was von der Verelendung der Bevölkerung und den Korruptionsvorwürfen gegen den Präsidenten und seine Umgebung ablenkt. Und so mehren sich die Bilder, auf denen Poroschenko – ähnlich wie der russische Präsident Wladimir Putin – sich zu unterschiedlichen Gelegenheiten bekreuzigt oder die für die Orthodoxie charakteristischen bleistiftdünnen Wachskerzen zwischen Mittel- und Ringfinger herunterbrennen lässt. Bekanntlich heißt es ja im Neuen Testament zum Schaubeten: »Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler,...

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