04.07.2018 / Inland / Seite 7 (Beilage)

Mitmachen auf St. Pauli

Auf den Protest gegen den Abriss der Hamburger »Esso-Häuser« folgte ein Beteiligungsprozess. Eine gewisse Skepsis bleibt aber

Kristian Stemmler

»Esso – Snack und Shop« stand in weißer Schrift auf rotem Grund über dem Eingang. Eine Handvoll Tanksäulen davor, Anzeigetafeln mit den Kraftstoffpreisen, nebenan ein Carwash. So weit, so normal. Aber die Esso-Tankstelle am Spielbudenplatz im Zentrum von St. Pauli, gleich an der Reeperbahn, war mehr. »Die Tanke«, wie sie nur hieß, war Kult, beliebter Treffpunkt für den Kiez und Versorgungsstation. Kiezgänger und Anwohner konnten sich hier 365 Tage im Jahr rund um die Uhr mit allem eindecken, vom Bier bis zur Tiefkühlpizza.

Die Tankstelle gab einem ganzen Gebäudekomplex südlich vom Platz den Namen. Esso-Häuser wurde der Plattenbaukomplex aus den 1960er Jahren genannt, der zwei achtstöckige Häuser mit 110 Wohnungen sowie einen zweigeschossigen Gewerberiegel mit Hotel und Einzelhandel umfasste. In den 1990er Jahren verfiel der Block. Der Weg schien vorgezeichnet: Wieder würde ein Stück Tradition einem gesichtslosen Block mit schicken Läden weichen – doch es ...

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