04.07.2018 / Inland / Seite 8 (Beilage)

Profit als Vater des Gedankens

Immobilienriese »Deutsche Wohnen« plant Abriss einer Siedlung im Berliner Westen. Mieten im Neubau werden deutlich teurer

Jan Greve

Aberwitzig ist das Wort, das Hermann Röhricht für die Beschreibung der Pläne in seiner Nachbarschaft einfällt. Der Rentner wohnt seit rund fünf Jahren in der Siedlung Westend im Westberliner Bezirk Charlottenburg. Andere Anwohner leben dort schon seit 20 oder 30 Jahren, erzählt Röhricht. 212 Wohnungen gehören zu der Siedlung, die Eigentum der »Deutsche Wohnen« ist. Der zweitgrößte Immobilienkonzern der Bundesrepublik plant, den gesamten Komplex abzureißen, um dort neu zu bauen. 580 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen, 160 davon sollen Sozial­wohnungen sein, berichtet Röhricht. Doch es ist nicht die steigende Zahl der Wohnungen, die ihn stört: Wie vielerorts sollen auch dort die Mieten steigen, Sozialwohnungen hin oder her.

Die Siedlung Westend wurde in den 1950er Jahren gebaut, britische Offiziersfamilien waren die ersten Bewohner. Nach dem Mauerfall gingen die Häuser an den Bund, 2007 dann an die Deutsche Wohnen. Woran man merkt, dass man einen Groß...

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