Gegründet 1947 Mittwoch, 16. Oktober 2019, Nr. 240
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08.05.2018 / Antifa / Seite 8 (Beilage)

»So läuft es nicht im wirklichen Leben«

Über neurechte Bewegungen, das »Recht des Stärkeren« im deutschen Rap und das Wunschdenken von »Kulturlinken«. Ein Gespräch mit Marcus Staiger

Claudia Wangerin

Linke reden oft von Gegenkultur – die ultrarechte »Identitäre Bewegung« hat ihren Verein in Halle »Kontrakultur« genannt. Sie denkt offenbar, der Mainstream sei links, während Linke eine starke Rechtsentwicklung wahrnehmen. Spiegelt sich da die staatstragende Extremismustheorie?

Reden Linke nicht eher von Gegenmacht? Eigentlich ist doch dieser Begriff unter Linken populär. Ich bin allerdings kein Bewegungsforscher – HipHop versteht sich zwar nach wie vor irgendwie als Gegenkultur, aber wenn man sich die Verkaufszahlen anschaut, ist doch eine Art Mainstream drin. Ich denke, dass auf rein sprachlicher Ebene tatsächlich so etwas wie eine linke Hegemonie herrscht. Auch kulturell haben die »Achtundsechziger« eine Veränderung bewirkt. Politisch gibt es aber immer noch einen rechten Mainstream: Den Glauben an den starken Staat, »Sicherheitspolitik« bei gleichzeitigem Abbau sozialer Sicherheit; »Flexibilisierung« der Arbeit. Diese neoliberale Agenda wurde im Gewa...

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