08.05.2018 / Antifa / Seite 4 (Beilage)

Korpsgeist bis ganz oben

Wenn das Wort »Rechtsstaat« zweideutig klingt: Der Fall Oury Jalloh zeigt, wie der Apparat Gewalttäter in den eigenen Reihen schützt und »Verräter« mobbt

Susan Bonath

Alle paar Wochen stellt die Polizei Schusswaffen bei Rechtsextremen sicher – manchmal Dutzende. Aber vielleicht ist dies nur die Spitze des Eisbergs. 2.200 Übergriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte zählten deutsche Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr. Dunkelhäutige, Ausländer, Muslime, sozial Ausgegrenzte, Homosexuelle sind typische Angriffsziele von Neonazis. Zu Recht fordern antifaschistische Initiativen hier professionelle Ermittlungen. Die scheitern nicht selten daran, dass Beamte selbst mit ultrarechten Strukturen verquickt sind. Oder wenn ein Verdacht wie in Dessau besteht: dass sich nämlich Polizeibeamte selbst an Angehörigen bei Neonazis verhasster Minderheiten vergriffen haben. Antifaschisten können ein Lied davon singen: Polizisten decken sich gegenseitig, mobben »Verräter«, verfolgen Opfer mit Gegenanzeigen. Wie weit dieser Korpsgeist bis in höchste juristische und politische Ebenen hineinreicht, zeigt der Fall Oury Jalloh.

Der 36jähr...

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