13.12.2017 / Feuilleton / Seite 5 (Beilage)

Reich gedeckte Tische

Zocker willkommen: In Macau, einem Zipfel Chinas, lebt Portugals koloniales Erbe fort

Sebastian Carlens

Ratternde Roulettekessel, grelle Neonreklame für Blackjack und Pferderennen, Texas Hold’em-Poker im Kasinosaal auf 51.000 Quadratmetern Grundfläche. Neben dem Hotel »Venetian« mit seinen 3.000 Suiten steht ein (natürlich völlig originalgetreuer) Nachbau des Markusturms aus Venedig. Und das alles nicht in der Wüste Nevadas, sondern mitten in China, unter den Augen einer kommunistischen Partei. Das gibt’s nicht? Doch, und es ist völlig legal – allerdings nur auf einer kleinen Halbinsel im Süden des Landes. Auf der wird portugiesisch und kantonesisch gesprochen, die Einwohner glauben an Jesus, die Muttergottes und Buddha, und das Glücksspiel und der damit verbundene Tourismus sind die Haupt­umsatzbringer. Willkommen in Macau, auch die englische Schreibweise Macao ist geläufig, dem Las Vegas Südostasiens!

Als die Portugiesen im 16. Jahrhundert an der südchinesischen Perflussmündung landeten, stieß die ehrgeizige Kolonialmacht auf das riesige Reich der Mitt...

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