11.10.2017 / Feuilleton / Seite 6 (Beilage)

Symbiotische Geschöpfe

Kunstvoll verflochten: Barbara Schiblis Debütroman »Flechten«

Katharina Bendixen

Viele Pflanzen tauchen auf in diesem Roman: Da ist die selbstgezogene Avocadopflanze, für die Ich-Erzählerin Anna im Moment »vielleicht das Liebste überhaupt«. Da ist die Palme in Annas Büro, »die einzige Pflanze, die wir haben und die vor sich hin serbelt, weil alle sich auf sie konzentrieren und sie zuviel gegossen wird.« Und da sind die titelgebenden Flechten, diese »Doppelwesen«, bestehend aus Pilz und Alge – eine Symbiose, die grundlegend ist für die Nährstoffversorgung und die selbst die kargsten Orte als Lebensraum ermöglicht: »nackte Dächer, einsame Telefonleitungen, (…) abgenagte Tierknochen in Wüsten«. Flechten sind Annas Lebensinhalt. An einem Züricher Forschungsinstitut untersucht die studierte Biologin diese Gewächse, betrachtet sie durchs Mikroskop, katalogisiert sie. Sie ist selbst ein symbiotisches Geschöpf: Anna ist ein eineiiger Zwilling, und sie kommt nicht los von ihrer Schwester Leta. Sie will nicht loskommen. Sie kann nicht loskomme...

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